| Paul Schneider - der Prediger von Buchenwald |
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Als Siebzehnjähriger meldet sich Paul Schneider als Kriegsfreiwilliger und geht drei Jahre als Soldat an die Front. 1918 kehrt der verdiente Verteidiger des Vaterlandes (Eisernes Kreuz II. Klasse) nach Hochelheim zurück. Während seines Theologiestudiums und seiner Mitgliedschaft im Studentenkorps kämpft Paul Schneider gegen kommunistische Arbeiter. Er beendet sein Studium 1923 mit dem zweiten Staatsexamen und wirkt kurze Zeit in Berlin. Die Krankheit seines Vaters zwingt in kurze Zeit später zur Heimkehr nach Hochelheim. Als der Vater stirbt übernimmt sein Sohn die Gemeinde. Wegen einer Unstimmigkeit zwischen der Wetzlarer Gauleitung und Paul Schneider wird dieser in die Gemeinden Dickenschied und Womrath in den Hunsrück versetzt. In den Jahren 1934 bis 1937 kommt es zu mehreren Auseinandersetzungen und Verhaftungen, die allerdings jeweils nur von kurzer Dauer sind. Der Konflikt mit den neuen, den großdeutschen Mächtigen weitet sich schnell aus, verschärft sich eilends. Es geht um den Freiraum und den Öffentlichkeitsauftrag der Kirchengemeinden. Schneider trennt nicht zwischen einem kirchlichen Bereich hier und einem weltlichen Bereich dort.
Jesus Christus herrscht als König! – das gilt überall. Alles andere
wäre „fromme Seelenkultur“. Am 27. November 1937 wird Paul Schneider
als „persönlicher Gefangener des Führers“ in das Konzentrationslager
Buchenwald eingeliefert. Am 18. Juli 1939 erhält seine Frau die
schreckliche Nachricht über seinen Tod. Bis heute gilt er als der protestantische Märtyrer des 20. Jahrhunderts, sein Widerstand gegen die Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus ist auch heute noch brisant.
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